WWDC 2012: Fünf Tage Apple und Code in Kalifornien

Donnerstag, 21. Juni 2012


Letzte Woche waren wir (Michael und Roli) in San Francisco, Kalifornien auf der WWDC 2012 - der jährlichen und mittlerweile 23. Entwickler-Konferenz um die Informationen über Neuerungen in iOS6 aus erster Hand zu erhalten und sich mit anderen Entwickler-Kollegen auszutauschen.



Die WWDC 2012 Woche ist sehr schnell vergangen und wir sind “back to work”. In Rekordzeit von nur 4 Tagen nach der Konferenz stellt Apple allen registrierten Apple Entwicklern die Videos der Sessions zur Verfügung. Jetzt kann es weiter gehen mit WWDC im heimischen Wohnzimmer. Da man leider nicht parallel in mehreren interessanten Sessions gleichzeitig anwesend sein konnte, geht es jetzt darum den Lernstoff, den man verpasst hat, nachzuholen.

Apple hat die Veranstaltung mit 5000 Entwicklern, angereist aus aller Welt, sehr professionell gemeistert, abgesehen davon, dass WiFi im Moscone West oft verrauscht und überlastet war. Die “Cooknote” stand der “Stevenote” im nichts nach. Apple’s CEO Tim Cook, der Marketingchef Phil Schiller, iOS und Mac OS X SVPs Scott Forstall und Craig Federighi haben gezeigt, dass Sie die Firma sicher auf dem Kurs halten und haben die Produktneuheiten selbstbewusst präsentiert. Leider haben sich die Gerüchte wie Apple TV SDK oder Siri API für 3rd Party Apps nicht bestätigt. Dafür gab es einige willkommene Neuerungen in iOS6. Die nahezu fertige Mac OS X Version – Mountain Lion, die schon vor der WWDC angekündigt wurde, gab es als Developer Preview. Das Highlight der Show war neben iOS6 das zukunftsweisende “next-generation” MacBook Pro mit dem atemberaubenden Retina Display, das fast über Kinoauflösung verfügt und nicht darauf angepasste Applikation und Webseiten alt und pixelig aussehen lässt. Um ein solches Display schnell genug ansteuern zu können, hat Apple dem neuen Mac einen neuen NVIDIA Grafikchip (Geforce GT650M) mit 1GB Videospeicher spendiert. Die direkt auf der Platine verlöteten Flash und RAM Chips, sowie das fehlende optische Laufwerk haben für extrem kompakte Bauweise und niedriges Gewicht gesorgt, gleichzeitig aber Hardware Upgrades unmöglicht gemacht. Eine teuere und schnelle Maschine – Traum jedes Entwicklers!

Am ersten Tag ging es dann nach der Keynote weiter mit den Kick-Off Sessions, die den Überblick über neue Features und Frameworks verschaffen sollten. Diese machten die Entscheidungen darüber leichter, welche Sessions man unbedingt besuchen sollte. Der krönende Abschluss des ersten Tages waren die Apple Design Awards. Man hat die besten Mac und iOS Apps prämiert und die glücklichen Preisträger mit wertvollen Preisen und einem leuchtenden Würfel, dem “Oskar der Szene”, heimgehen lassen.

Die restlichen vier Tage waren mit Sessions vollgepackt. Vor einigen Sessions, die extrem populär waren, bildeten sich riesige Schlangen und man musste immer rechtzeitig da sein, um überhaupt reinzukommen. Leider hat es Apple bisher nicht geschafft, die Sessions in Anfänger- bzw. Expertensessions zu kategorisieren. Das eine oder andere mal landete man dann in einer Session, die relativ basic war. Es ist jedoch kein Problem, wenn man geht und in eine andere Session wechselt. Insgesamt war aber die Qualität der Präsentationen sehr gut und die Sprecher – professionell. Mein persönlicher Favorit war die Präsentation über UI Evolution und Animation Design in iPhoto für iOS, gehalten von Randy Ubillos, dem Videoguru und dem Mann hinter iMovie und Final Cut Pro. Randy hat gezeigt wie das iPhoto Team iterierend verschiedene Ansätze beim Design der UI Elemente getestet hat, um den Höchstgrad an Benutzerfreundlichkeit zu erreichen. Er betonte, dass “gut genug” beim UX Design nie gut ist und man sollte die einfach gute Arbeit wegschmeißen um den Platz für die großartige Arbeit zu lassen.

Neben den Sessions gab es auch um die 100 Labs zu verschiedensten Themen, bei denen die zuständigen Inginieure die technische Unterstützung geleistet haben. Man konnte sein Xcode Projekt mitbringen und die Problemlösungen mit einem Apple Experten diskutieren. Die Labs sind Gold wert und ich kenne viele, die auschließlich wegen Labs die WWDC besuchen. Wir haben auch die Chance benutzt und die brennenden Fragen von einem UIKit Guru beantworten lassen.

Selbst die Mittagspausen waren gefüllt – nicht mit technischen Sessions sondern mit informativen und unterhaltsamen Lunch Time Talks, die man meiner Erfahrung nach auf keinen Fall verpassen sollte. Die Sprecher der letzten Jahre waren beispielsweise: Michael B. Johnson (Media Lead, PIXAR), Buzz Aldrin, GeWang (Smule) und andere interessante Persönlichkeiten, die über Ihre Projekte, berufliches Umfeld und andere Dinge referiert haben. Heuer waren LeVar Burton (Geordi, Star Trek), William Joyce (Moonbot Animation Studios) und J.J. Abrams (Mission Impossible, Lost, Fringe, Armagedon, Super 8 etc.) bei Apple zu Gast. Am spannendsten fand ich den Talk von J.J. Abrams. Er hat uns über seine Karriere, seine Leidenschaft für Magie und Geschichtenerzählung berichtet, die für Ihn die Hauptinspirationsquelle ist. Als Geschenk an die Audienz gab es dann ein Easter-Egg in der Action Movie FX iPhone App, produziert von J.J. Abrams Bad Robot Studio. Leider unterliegen auch die Lunch Time Talks der NDA, deshalb kann ich an der Stelle nicht viel mehr preisgeben.

Weitere offizielle Events waren die Quizshow “Stump the Experts”, bei der es hauptsächlich um Apple Trivia ging und der Beer Bash am Donnerstag Abend mit 5000 Leuten auf einer Wiese in Yerba Buena Gardens mit Finger Food, Getränken und dem Live-Auftritt der Band Neon Trees, der ungewöhnlicher Weise am Tag davor angekündigt war. Damit hat man die obligatorische Bash-Band Gerüchteküche abgewürgt und die ganze Spannung weggezogen. An der Stelle möchte ich noch erwähnen, dass es zahlreiche inoffizielle Partys und Talks um die Konferenz herum gibt, gesponsort von den in Silicon Valley ansässigen Firmen, die eine weitere Möglichkeit bieten sich mit anderen Konferenzteilnehmern in einer lockeren Atmosphäre auszutauschen.

Für mich, Roli, war es das erste mal auf der WWDC und auch das erste mal in San Francisco. Daher habe ich die Zeit nach der Konferenz noch bestmöglich genutzt um auch die Stadt ein wenig kennen zu lernen. Meißt zu Fuß, habe ich mir somit die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie den weltbekannten kurvigen Teil der Lombard St. oder die berühmten Cable Cars angesehen. An einem Tag war ich mit dem Rad durch die Straßen von San Francisco unterwegs, arbeitete mich durch den Golden Gate Park bis zur Westküste durch und überquerte, wie man das so macht, einmal die gesamte Golden Gate Bridge. Dabei entstand auch der kleine Auszug meiner Fotos in der Bildergalerie.

Insgesamt war die Konferenz ein tolles Ereignis in einer super Location. San Francisco ist eine sehr schöne Küstenstadt im Herzen Kaliforniens, die viel zu bieten hat. Leider hatten wir nicht all zu viel Freizeit um die Gegend zu erforschen und haben uns auf die obligatorischen Sehenswürdigkeiten wie Fischerman’s Warf und Golden Gate Bridge konzentriert. Dafür haben wir viel gelernt und viele nette Menschen getroffen. Und wir freuen uns auf die nächste WWDC!

 


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