M-Days: Die Heiligsprechung des iPhone

Freitag, 23. Januar 2009

Heute war ich auf den M-Days in München, einem Fachkongress zum Thema Mobile … Marketing, …Advertising, …Web, …Payment. Neben einem Tag unter Mobile-Kollegen, die ich leider als deutlich unentspannter erlebe als die Web-Leute, haben die M-Days viel allgemein Bekanntes und nicht wirklich spannendes parat gehabt: Bluetooth Marketing, Handy-TV sowie CaseStudies zu einer Vielzahl von abgefahrnen MoblieAdvertisment Kampagnen, bei denen man sich immer fragt, warum man selbst davon nichts mitbekommen hat.

Unsichtbar und sichtbar im Mittelpunkt der Ganzen Veranstaltung strahlte aber hell das Phänomen namens „iPhone“, das uneingeschränkt als Keim und Hoffnungsträger, ja fast schon als Messias der mobilen Datendienste durch alle Vorträge schwebte.

Ich bin nur einen Tag geblieben, zwei wären mir auch irgendwie zu teuer gewesen – knapp 250 € pro Tag sind schon happig … und ich bin noch unschlüssig wo das Geld wirklich landet … war es die Location, die BMW-Welt, die den Preis so nach oben getrieben hat?

Egal, ein paar Geschichten sind ja hängen geblieben. Voilà.

Die erste gab’s gleich zum Aufwachen von Jan-Christian Koenders vom „Gastgeber“ BMW:
„Früher zogen Autos die meiste Technikfaszination auf sich – heute sind es Handys!“
Dabei schaute er so schön 🙁  dass ich fast Mitleid bekommen hätte.
Wir haben es ja schon immer gesagt, nun haben sie es selbst erkannt. BMW hat natürlich Glück, sie sind in beiden Bereichen aktiv, die Google-BMW’s vor dem Gebäude sollten das beweisen.

Elefantenrunde auf den M-Days

.Alte Säcke’ bei den Werbeagenturen sollten sich mal auf einen Pausenhof stellen.“  … sagt Jens Nagel-Palominr von Vivaki eiskalt während der Elefantenrunde, in mitten einer Reihe Vertrieblern, Marketingleuten und dem Mobile Evangelist vom MMV. man Stelle sich das bildlich vor.. Der CEO von Tomorrow Focus im Gothic-Look auf dem Pausenhof einer Gostenhofer Hauptschule, als Trendscout für mobile Datendienste 🙂 …  Aber Jens Nagel-Palominr hat Recht, besonders wenn man sich anhört wie z.B. der Marketingleiter bei Stöer Media in einem anderen Beitrag über die wichtigste Zielgruppe spricht: „Die Teenager nutzen in der U-Bahn unseren mobilen Dienst… weil sie sich nicht trauen ihren Sitznachbarn anzuschauen“

„Der mobile Web Kunde hinkt 2 Jahre hinter der aktuellen Handytechnik her“ sagt der Senior Business Development Manager (puh, langer Titel, aber es geht noch länger) von Cellular.
Das war mir nicht ganz neu, aber die Daten, mit denen er das Belegt hat waren beeindruckend: Top 20 Handys auf mobilen Portalen: iPhone, Nokia N73, Blackberry 8800, Nokia N95, Nokia 6320i, Sony K750i, usw. Kürzlich hatten wir schon darüber sinniert, gerade für das 6230i mit seinem gruseligen Series40dp2-Browser NICHT mehr explizit zu optimieren.. Naja, falsch gedacht.

Das gute alte 6230i von 2004 hat offenbar nicht ausgedient

Beim Vortrag vom Cellular wurde mir dann auch was anderes bewusst: Solche Veranstaltungen sind von Vertrieblern für Vertriebler. Die Grenzen der technischen Machbarkeit werden regelmäßig ignoriert. Da verspricht man schon mal bei Cellular nebenbei, dass eine Geo-Lokalisierung über GPS und Cell-ID mit browserbasierten Anwendungen möglich ist… wenn der Kunde das wünscht. DIE Anwendung würde mich auf jeden fall brennend interessieren! Das Thema Location Based Services scheint allgemein für Verwirrung zu sorgen: bei Tomorrow Focus ist LBS doch irgendwie … ja … „so eine iPhone Applikation, oder?“. Apropos iPhone… Michael Plate von InteractiveMedia spendiert dem Hoffnungsträgerhandy in seiner T-Mobile-Werbeveranstaltung mal eben eine Fähigkeit Flash light darzustellen … da würde sich Adobe aber freuen!

Joa, und ansonsten …

Simyo war da und hat von seiner Strategie erzählt: Weiterempfehlungen, Social Web und kundenfreundliche Kommunikation über Blog und Foren (sehr sympatisch!).

Matthias Ott von dem Bezahldienstleister Moneybookers.com gibt offen zu, derjenige gewesen zu sein, der bei Jamba die erste TV-Kampagne gelauncht hat (und damit nicht nur MTV und Viva auf dem Gewissen hat, sondern auch die gesammte Mobile Web Industrie gegen sich haben dürfte). Fand ich mutig. Der Service Monneybookers, den er vorgestellt hat ist wirklich ne feine Sache, die ich bei Zeiten mal genauer unter die Lupe nehmen werde.

Mit Heike von Mobile-Zeitgeist hätte ich mich gerne mal ausgetauscht und mich für das K660i bedankt, das ich bei der Adventsverlosung gewonnen hab, aber sie war einfach zu beschäftigt heute.. nächstes mal erwisch ich dich.

Und noch mal iPhone ….
Ich bin wirklich auch von der Schubkraft, die Apple mit dem iPhone in den Mobile Web Markt gebracht hat überzeugt und begeistert. Die Zahlen sprechen ja auch für sich. m:metrics, die auch da waren, wird’s in seinen Zahlen für 2008 sicher zeigen, andere spucken schon jetzt mit Zahlen um sich: Nur eine handvoll Prozent der Handy-user haben ein iPhone, trotzdem werden mobile Portale zu 50-80% per iPhone angesurft … das muss man erstmal schaffen.

An manchen Stellen wurde es mir bei den i- äh M-Days etwas zu viel: Ich glaube nur ein einziger Vortrag kam ohne ständiges Referenzieren aufs iPhone aus… das war der von Microsoft Advertising 🙂 . Ansonsten klang es bei den M-Days so, als ob dieses Gerät hat die Welt mehr verbessert hat, als es der gute Obama je schaffen wird.

Mein Fazit: Schon irgendwie interessant, aber nächstes Mal geh ich lieber wieder auf nen BarCamp.

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