Neue Wege im Mobile Content Adaptation: Wir setzen auf FitML von Sevenval

Donnerstag, 9. April 2009
sevenval


Zur Erinnerung: Damit mobile Webseiten auf den tausenden mobilen Endgeräten, die mittlerweile Webinhalte anzeigen können gut bedienbar sind und gut aussehen, gibt es verschiedene Ansätze. Die vier wichtigsten habe ich hier mal rausgepickt. Sie sind unter anderem auch in den „Global Authoring Practices for the Mobile Web“ vom mobile Maestro Luca Passani formuliert.

(1) Kleinster gemeinsamer Nenner (Lowest Common Denominator, LCD) (danke @http://penguin42.com )

Man entwickelt ein Template für alle Endgeräte. Normalerweise landet man bei der Entwicklung reiner xHTML-MP Templates. xHTML-MP ist eine Untermenge von xHTML und wird heute von den meisten internetfähigen Handys unterstützt. Bilder wird man in diesem Fall meistens auf  maximal 170 Pixel Breite anzeigen, damit auf kleinen Handys nicht horizontal gescrollt werden muß. Auf komplexe CSS-Elemente sollte man tunlichst verzichten, da alte Handys kaum CSS verstehen.



Vorteil


  • Es muss nur ein Template gebaut werden, der Ansatz ist billig


Nachteile


  • Schlechtere Usability

  • Gerätemerkmale werden nicht unterstützt (zB Touchscreen, Ajax, Keyboadshortcuts, ..)

  • MobileWeb 1.0-mäßiges Design durch eingeschränkte CSS-Möglichkeiten


(2) Gerätespezifische Templates
Bei diesem Ansatz nimmt man sich ein paar der populärsten Handys her und entwickelt speziell für sie eigene Versionen der mobilen Webseite. Ein Beispiel dafür ist die Riege der iPhone-optimierten Webseiten. Über eine Browserweiche wird festgestellt, welches Handy gerade die Seite ansurft und daraufhin wird das entsprechende Template ausgewählt.
Vorteil


  • Man kann sehr genau auf die Endgerätemerkmale eingehen


Nachteile


  • Unendliches Testig

  • Es müssen sehr viele Testgeräte gekauft werden

  • Was passiert wenn neue Geräte auf den Markt kommen (ca. 3 Pro Woche ? )

  • nicht ganz günstig…


(3) Klassische HTML/CSS-Website mit Attribut media=“handheld“
CSS bietet mit dem Attribut media theoretisch die Möglichkeit, für mobile Endgeräte spezielles CSS auszuliefern. Die Abfrage findet auf der klassischen Webseite statt, mit dem Handy müssen also dieselben Inhalte und Bilder heruntergeladen werden, wie per PC.
Vorteile


  • der Ansatz fällt Webdesignern als erstes ein, wenn sie an mobiles Web denken

  • gleiche Menge an Inhalten und Bildern am PC und am Handy


Nachteile


  • Die meisten Endgeräte kümmern sich nicht um das Attribut

  • Seite lädt sehr langsam durch große Bilder und viele Daten


(4)Endgeräteoptimiert mit Mobile Content Rendering
Bei diesem Ansatz durchlaufen speziell generisch programmierte Templates vor der Ausgabe an die Endgeräte einen Transcoder. Der Transcoder erkennt die Eigenschaften des Gerätes wie Bildschirmbreite, Touchscreenfähigkeit, Ajaxtauglichkeit, usw. und verändert intelligent die Darstellung der mobile Website. Der Transcoder nimmt dem Entwickler zwar nicht die Arbeit ab, aber er ermöglicht endgerätespezifisches Design und Usability.
Vorteile


  • Optimale Usability auf allen Endgeräten

  • Bestmögliche Lauffähigkeit auf allen Handys von WAP-Handy bis iPhone

  • Komplexe Designs möglich

  • Anpassung der Bildgrößen, Schriftgrößen, Formulare, Navigationselemente, usw. an Geräteeigenschaften wie Inputstil und Bildschirmbreite


Nachteile


  • Programmierung in einer proprietäten MarkUp-Sprache

  • Trafficabhängige Kosten durch den Betreiber des Transcoders


Wie man unschwer erkennen kann, sind wir überzeugte „endgeräteoptimierer“. Bei mobilen Webseiten, die wir in der Vergangenheit entwickelt haben, setzten wir auf unsere eigens entwickelte Transcoding Engine „mobileWebSUITE“ mit der eigenen MarkUp-Sprache „mobML“. Die Gerätedaten kamen aus WURFL, einer freien Gerätedatenbank.
Das lief soweit sehr gut – bis wir eine Anfrage von Immowelt zur Erstellung ihrer mobilen Website m.immowelt.de bekamen. Die zu erwartende Anzahl der Page Impressions beeindruckte uns und ließ uns gleichzeitig drüber nachdenken, ob es nicht an der Zeit wäre, sich im Bereich der mobilen Webseiten mehr auf Entwicklung, Usability, Design und Beratung zu fokussieren, als auf den sehr technischen Part des Transcodings.

Auf der Suche nach einem passenden Partner wurden wir zu unserer eigenen Verwunderung bei der Konkurrenz fündig: Sevenval, der Platzhirsch im deutschen mobilen Web öffnet gerade seine Transcodingplattform FitML für Partnerunternehmen. Nicht ganz ohne anfänglicher Bauchschmerzen verhandelten wir also mit Sevenval über die Nutzung von FitML 3.0. So wurden wir der erste FitML-Partner jenseits des „Profesional Service“ von Sevenval selbst.
Von nun an werden also alle mobilen Websites „made by insertEFFECT“ über die Transcodingserver von Sevenval laufen. Der Deal ist Win-Win: Unsere Kunden profitieren von der hohen Qualität und Ausfallsicherheit der Sevenval-Infrastruktur auf der einen Seite und von unserem mobileWeb Know-How sowie der Nähe zu unseren Entwicklern auf der anderen. Und übrigens: mobile Webseiten bleiben auch nach der Umstellung auf FitML bei insertEFFECT erfrischend bezahlbar.

Mehr Details zu FitML gibt es sicher in zukünftigen Posts, denn Entwicklung in FitML gehört ja nun zu unserem täglich Code.

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