User Experience Design in persoprofiler

Dienstag, 8. Januar 2019

 

Worum geht es?  Was ist die Herausforderung?

Eine Anwendung, die aus mehreren Arbeitsbereichen besteht und zahlreiche Funktionen bietet, ermöglicht es dem Nutzer, viele Aufgaben auf unterschiedlichen Wegen zu erledigen. Mit wachsenden Funktionen steigt auch die Komplexität einer Anwendung. Der sogenannte cognitive Workload (die kognitive Belastung beim Lernen im Umgang mit der Software) wird immer größer, wenn es keine nachhaltige Betrachtung zur Benutzbarkeit gibt.

persoprofiler ist eine Software, die genau diese Herausforderung mit sich bringt. Unser Kunde – die Compana Software Gmbh – hat diese Anwendung entwickelt, damit Personaldienstleister und andere Recruiter ihre täglichen Aufgaben effizient erledigen können. Durch die vielen Anforderungen ist das Tool stark gewachsen und bedarf einer ganzheitlichen Überarbeitung der User Experience. Die Oberfläche der Software muss neu gestaltet werden.

Wie also schafft man es, die Bedienoberfläche gerade für Neueinsteiger wieder schnell und intuitiv zugänglich zu machen? Wie kann man eine messbare Steigerung der Nutzbarkeit erreichen

 

Anforderungen klären

Bevor eine Überarbeitung stattfinden kann, muss ein gemeinsames Bild geschaffen werden, welche Schwächen und welche Stärken die aktuelle Software besitzt. Ein „Experten Review“ ist eine effektive Methode um ein klares Bild dafür zu schaffen.
Wie der Name schon sagt, wird die bereits bestehende Software von Usability-Experten durchleuchtet. Der Vorteil für unseren Kunden: eine kostengünstige, zeitnahe Bewertung und ein Kennenlernen der User Experience Design-Methoden.

Mit den Erkenntnissen des Experten Reviews wurden Features erläutert und gemeinsam priorisiert. Ein initialer Workshop half dabei, Anforderungen besser zu verstehen. Dabei legen wir großen Wert darauf, auf Augenhöhe zu arbeiten und die Sicht des Kunden und die der Nutzer einzunehmen.
Hat man diese Schritte hinter sich gebracht und sind die Ziele klar gesetzt, ist es Zeit für die Überarbeitung der Bedienoberfläche. Es folgen konkrete Entwürfe und Feedback-Schleifen und so entsteht ein erster Prototyp der künftigen persoprofiler-Oberfläche.

 

Usability (Nutzerfreundlichkeit)

Eine Komponente in der Gestaltung eines User Interfaces ist heute nicht mehr wegzudenken: das Usability-Testing.
Wir legen großen Wert darauf, nah an den Nutzern einer Anwendung zu sein und wichtiges Feedback zum Vorteil des Produktes einzusetzen. In der Realität stellt sich oftmals die Hürde, wo man die richtigen Tester findet. Speziell für persoprofiler ist zusätzlich eine gute Branchenkenntnis wichtig, daher müssen alle Probanden für das Testing explizit auch Wissen aus der Branche besitzen.
Der Kundenstamm von compana war sich dieser Thematik noch nicht bewusst. Vor allem das Freistellen von Angestellten für einen Test erscheint zunächst nicht sinnvoll. Warum sind wir also trotzdem dran geblieben?

Damit kommen wir auch auf die eigentliche Herausforderung zurück: Usability-Testing lässt das Nutzer-Erlebnis messbar machen. Durch Usability-Tests lässt sich die Produktivität der Nutzer steigern. Diese schlägt sich vor allem dann nieder, wenn wir eine große Nutzerbasis haben, wie es bei persoprofiler der Fall ist.
Durch gezielte Usability-Optimierungen werden Personalkosten gesenkt bzw. die Produktivität gesteigert, da durch das Erfüllen eines Tasks (allg.: eine unspezifische Aufgabe, die mittels Software erledigt werden muss) Zeit gespart wird, die somit wieder in andere Aufgaben investiert werden kann.
Ein kleines Rechenbeispiel macht dies deutlich:
Eine Usability-orientierte Überarbeitung bedeutet im Schnitt eine Zeitersparnis von 5%. Dies entspricht etwa 24 Minuten von insgesamt durchschnittlich acht Arbeitsstunden pro Tag. Bei 200 Arbeitstagen im Jahr sind das ca. 80 Stunden, also zehn Personentage pro Mitarbeiter im Jahr (siehe auch: http://dbis.eprints.uni-ulm.de/160/1/MuRe04.pdf).

 

Usability in Workshops – der KUS 2018:

Einmal im Jahr lädt Compana seine Kunden für zwei Tage ein, um auf vergangene Entwicklungen zu schauen und zukünftige gemeinsam zu gestalten. In diesem Rahmen sollten jeweils 10-15 Teilnehmer pro Gruppe in 20-minütigen Workshops unter anderem ein erstes Feedback zu den aktuellen und dringendsten Themen im UI (User Interface) geben und offen darüber diskutieren. Dabei ist es wichtig, dass die Teilnehmer keinerlei Bedenken haben, Ideen und Wünsche zu äußern. Nur durch eine offene Feedback-Kultur lassen sich Produkte schaffen, die am Markt glänzen.

Wie sah das konkret aus?

 

Der aktuelle Stand, der neu gestalteten Bedienoberfläche wurde für alle sichtbar vorgestellt und kurz erläutert. Anhand einer konkreten Fragestellung, wie z. B. „Wo erwarten Sie die Hauptnavigationsleiste“ wurden erste Eindrücke schnell abgefragt. Nach einer ersten Abstimmungsrunde, um die Teilnehmer warm werden zu lassen, ging es weiter in die Details.
Hier ging um eine komplexere Fragestellung: „Welche Schwierigkeiten, Lob oder Ideen habe ich beim Benutzen der Filterfunktion?“. In spannenden Diskussionen konnten bereits wichtige Erkenntnisse zur Problemstellung, aber auch zum ganzheitlichen Bild der Nutzer erarbeitet werden. Das Gute: Der Gesamteindruck zur neuen Bedienoberfläche ist bei allen Nutzern gut angekommen – wir sehen unsere Erfahrung bestätigt.
Doch das wichtigste Ergebnis aus dem Key-User Summit treibt uns am meisten voran: Auch die Teilnehmer nahmen unsere Perspektive dankend auf und waren sehr erfreut über die neue Entwicklung des persoprofiler.

 

Fazit:

Usability-Tests dienen dazu, alle Needs und Wünsche der Nutzer messbar zu machen. Eine gezielte Usability-Überarbeitung bedeutet nachweislich eine Steigerung der Nutzbarkeit und somit auch eine Steigerung der Produktivität.

 

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